Sonntag, 7. März 2010

Fastenzeit: Gott lässt mit sich reden

"Fasten - die Dinge wieder richtig ordnen: Was ist im Leben wichtig und was unwichtig?
Beten - den Draht zu Gott wieder finden oder wieder verstärken.
Teilen - alles, was uns gegeben ist an Gaben und Möglichkeiten so einsetzen, dass auch andere besser leben können."

Bischof Bode hat eine schöne Predigt zur Fastenzeit gehalten. Die Grundvollzüge der Österlichen Bußzeit "Fasten - Beten - Teilen" übersetzt er gelungen in allgemein verständliche Worte und konzentriert sich dann auf das Gebet. Eine schöne Katechese zum "Vater unser" mündet in die Einladung sich dem weltweiten Netzwerk der Beter anzuschließen.

Die Predigt in Textform kann man bei der www.dbk.de nachlesen.

Sonntag, 28. Februar 2010

Franz, der Musiklehrer oder Kant zwischen zwei Hellen

Am Wochenende war es wieder so weit - ein Kumpel und ich zogen durch die Münchner
Kneipen. Wir landeten irgendwann, recht spät war es auf jeden Fall, im Augustiner und
setzten uns an einen Tisch, an dem bereits ein Mann mittleren Alters saß. Ich suchte noch
kurz die Toiletten auf und als ich zurück kam, waren mein Freund und der Mann bereits in ein
Gespräch über Irland vertieft.

Unser Bier kam und ich lauschte dem Gespräch. Ich kann nicht mehr sagen wie, aber plötzlich
waren wir bei dem Thema "Katholische Kirche". Nach einigem hin und her outeten wir uns
beide als Theologen. Er schaute uns spitzbübisch an und meinte wohl, einen großen Coup
landen zu können, indem er frech grinsend fragte: "Jungs, was ist eigentlich Glaube?"
"Etwas positiv weiterdenken", antwortete mein Freund gewieft. Unser Tischnachbar schien
damit nicht ganz zufrieden zu sein und stieg sofort mit philosophischen Fragen ein.
Wir diskutierten über christliche Werte, was Religion für Massen bedeuten kann, den
persönlichen Glauben und sogar themenlastige Fragen wie die Frage der Trinität und der
Transsubstantiation; wir versuchten sogar die Frage zu erörtern, ob man Christ sein kann,
ohne die Auferstehung Jesu Christi anzunehmen. Ob das nicht zu dogmatisch sei und wo die
Freiwilligkeit in dieser Entscheidung liege, fragte er. Bei dieser Fragen gerieten wir dann ins
Stocken und bestellten die nächste Runde. Mittlerweile hatten wir drei auf das "Du"
angestoßen und wussten, dass er Musik und Pädagogiklehrer war und großes Interesse an der
Religionswissenschaft hatte. Franz, so sein Name, fragte uns dann, wie eine absolute Vorgabe
mit dem Gewissen vereinbar sei und ob dies nicht ein Problem im Christentum darstelle?
Wir verneinten das, denn der Gewissensvorbehalt ist selbst im CIC, dem kirchlichen
Gesetzbuch verankert, als letzter Artikel. Freundlich lächelnd meinte er dann, dass er mit der
Annahme des Glaubens Schwierigkeiten habe, da es für ihn nicht einfach wäre dies alles
anzunehmen und für wahr zu halten. "Und genau das ist Kant", meinte ich dann, nachdem mein Glas schon wieder nur noch halbvoll war. "Kant meint als Definition für den Glauben, etwas Unzureichendes für wahr halten. "Es ist nur - oder Gott sei Dank - Glaube, wenn wir etwas annehmen, was wir nicht ganz nachvollziehen können. Die Fähigkeit, Glauben zu können, wird auch als Gnade angesehen und Gnade als Geschenk", schloss mein Kumpel ab.

Franz dachte kurz nach und leerte dann mit einem Schluck sein Glas. Grinsend stimmte er uns
zu und bot dann an, unsere Zeche zu übernehmen. Das war für uns natürlich kein Problem.
Für uns ging es schließlich noch weiter an diesem Abend und Franz verließ uns dann auch
bald, da er auf den letzten Zug in seine Heimat musste. Uns rief das Andechser am Dom.

Ein Gastpost von Philipp Brutscher.

Donnerstag, 25. Februar 2010

Jesus von Montreal

Kürzlich erfuhr ich aus der "Blogoszese", dass doch noch nicht alle diesen Film kennen, den ich bisher für ein religionspädagogisches "Must-Have" gehalten hatte. Darum eine kurze Empfehlung: Jesus von Montreal ist eine Verfilmung des Evangeliums, die sich anzusehen lohnt. Während eine Gruppe junger Theater-Schauspieler sich (und die Zuschauer) über ein Passionsspiel mit dem Leben Jesu aus historischer Perspektive vertraut macht, ereignet sich in ihrem Alltag das "wahre" Evangelium. Die Parallelen beginnen bereits im Prolog mit Andeutungen aus der Geschichte Johannes des Täufers und ziehen sich mehr oder weniger verdeckt durch den ganzen Film. Die Passage über Tempelreinigung und Gerichtsverhandlung bette ich unten ein. Der Film lebt von dem Spannungsbogen zwischen der Annäherung an die historische Figur Jesu und der Wirkung, die seine Botschaft und sein Anpruch in der Gegenwart der Protagonisten entfaltet. Ein in theologischer und künstlerischer Hinsicht anspruchsvolles Werk, zugleich sehr unterhaltsam und stellenweise sogar komisch. Aus meiner Sicht der beste aller "Jesus-Filme", wenn man ihn überhaupt in dieses Genre einordnen will.

Inzwischen kann man den kompletten Film in 13 Häppchen auf Youtube ansehen - in französischer Originalsprache mit englischen Untertiteln.

Part 8:

Montag, 22. Februar 2010

Ich glaube an Gott, weil...

"... ich in meinem Leben schon zu viele einschneidende Erfahrungen mit IHM gemacht habe, die mir keiner nehmen kann."

Dieses schlichte, überzeugende Glaubenszeugnis stammt nicht von einem "Berufsgläubigen", sondern aus einem Interview mit dem deutschen Krimi-Erfolgsautor Andreas Franz (anlässlich der Neuerscheinung von "Eisige Nähe" - das ist eine Werbeeinblendung als Dankeschön für diese wunderbaren Worte). Ein weiteres Zitat aus dem Interview: "......mein Glaube verhindert, dass ich nur noch alles in Grau- und Schwarztönen sehe."

Ist das nicht schön, wenn jemand einfach so über seinen Glauben und seine Erfahrungen mit Gott sprechen kann - ohne sich von der Kirche distanzieren oder sie verteidigen zu müssen?

Wer das exklusive Interview komplett lesen möchte, findet es bei einem
Online-Buchversandhändler.


Mittwoch, 3. Februar 2010

Charismatiker: Füttern verboten!

Bei meinen Studien zum Thema „Führungseigenschaften aus theologischen Betrachtungen“ ist mir die Bedeutung des Charismas des Führenden deutlich geworden. „Charisma“ wird in unserem Sprachgebrauch häufig als eine Art „besondere Ausstrahlung“ gesehen. Etwas, das eine Persönlichkeit an seine Zuhörer oder Anhänger durch Sprache, Gestik und Mimik transportiert.

Betrachtet man „Charisma“ aber vom griechischen Original „χάρισμα“ dann steht es eher für etwas Empfangenes.

„Charismen“ bedeuten im Neuen Testament die Gnadengaben des Heiligen Geistes. Menschen mit diesen Eigenschaften werden in der Bibel als „Charismatiker“ bezeichnet.

Ein charismatischer Führer ist im Neuen Testament also einer, der etwas empfangen hat und dies dann nach außen transportiert. Charismen anzunehmen, also sich bewusst zu machen, dass Gott etwas mit einem vor hat und dafür „Werkzeuge“ bereitstellt, bedeutet auch immer eine gewisse Demut. Denn woher soll ich wissen, dass Gott mich wirklich meint und ich mir diese Gnadengaben nicht einrede?

Einen wahren Charismatiker zu erkennen, ist also nicht ganz so einfach.

Die ersten Gemeinden der frühen Kirche haben sich zu diesem Punkt viele Gedanken gemacht, denn es kam oft vor, dass sogenannte „Wanderpropheten“ erschienen und den Gläubigen gegen freie Kost und Logis den Himmel auf Erden versprachen.

Ein wesentliches Merkmal eines wahren Charismatikers ist für die Gemeinde, dass er nicht länger als zwei Tage bleibt. Länger konnten sie ihn nämlich nicht versorgen.

(vgl http://www-user.uni-bremen.de/~wie/texteapo/didache.html - Kapitel 11,5f)

Ein Gast-Post von Philipp Brutscher

Donnerstag, 28. Januar 2010

Paradies im Himmel

Eine Fantasie vom Paradies: Auf einem Drachen durch wildromantische schwebende Berge und Wasserfälle fliegen. In einem überirdisch starken und anmutigen Körper auf Bäume klettern und wilde Tiere reiten. Pflanzen, Tiere, Menschen und Gott leben in Eintracht und spiritueller Gemeinschaft miteinander. Der Gelähmte ist geheilt, die Nächte sind erleuchtet. Der Science Fiction "Avatar - Aufbruch nach Pandora" malt ein wunderschönes Bild von einem Paradies im Himmel, einer neuen Welt, von der wir nur träumen können.

Die neue Welt, die neue Erde - das ist die Hoffnung und Erwartung unseres Glaubens, für die unsere uralten Lieder auch Bilder haben: Wolf und Lamm liegen nebeneinander und das Kind spielt mit der Schlange. Die Völkerwanderung zum himmlischen Jerusalem mit zwölf Perlen als Tore. Der wahre Morgenstern, der in Ewigkeit nicht untergeht. Sie sind schön, unsere Lieder. Die Bilder in Avatar sind unmittelbar eingängiger - unter anderem dank Computeranimation.

Sich an ein fremdes Kunstwerk zu hängen ist letztlich billig und ich weiss nicht einmal, ob James Cameron Christ ist. Es wäre schön, wenn es uns Christen öfter und besser gelänge, unsere Erwartung der neuen Schöpfung in solch ausdrucksstarke Bilder zu fassen, die Menschen heute verstehen können. Dass sie Sehnsucht danach haben, wissen wir schließlich nicht erst seit gestern - als Avatar zum erfolgreichsten Film aller Zeiten aufstieg.

Leibliche Auferstehung in einem blau gestreiften Drei-Meter-Körper? Warum nicht? Ich möchte auf einem Ikran über Pandora fliegen, denn so müssen sich Engel fühlen. Das Beste an all diesen Bildern ist ja: die neue Schöpfung Gottes wird alle menschlichen Fantasien übersteigen!

Übrigens (mit einem kurzen Seitenblick auf Radio Vatikan und andere Filmkritiker): Dass man den Film auch ganz anders erleben kann, hat mich mein Begleiter sofort nach der Vorstellung gelehrt. Der erste Satz, den ich nach dem Kinobesuch hörte, lautete: "Diese superstarke Roboter-Maschine, die man durch eigene Bewegungen steuern kann, die ist voll krass!"

Freitag, 25. Dezember 2009

Die Macht der Engel

"Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seiner Gnade!" preisen die Engel auf dem Hirtenfeld den neugeborenen Jesus. Weihnachten ohne Engel ist nicht vorstellbar: Von der Verkündigung über Josefs Träume bis zum Hymnus Angelicus spielen Engel im gesamten Geschehen eine wichtige Rolle.

Zwei Drittel der Deutschen glauben an Engel! Eine 45-minütige TV-Dokumentation greift die Renaissance der Engel auf. Zu Wort kommen unter anderem der katholische Fundamentaltheologe und Angelologe Prof. Johann Hafner und Pater Anselm Grün. Evolutionsbiologe Prof. Ulrich Kutschera hält dagegen: "Die Welt wäre ein Narrenhaus, wenn solche Kräfte wirken würden." Und Engel-Dolmetscherin Alexa Kriele erläutert ihre Art mit den Engeln zu kommunizieren.

Vorgestellt wird ein breites Spektrum an Themen rund um Engel wie Engel in der Bibel, Engel im Islam oder die Diskrepanz zwischen traditionellen Engelsmythen und dem heute vorherrschenden Glauben an Engel als ausschließlich liebevolle Wesen. Die Namen der drei Erzengel Michael, Gabriel und Rafael werden erklärt.

Die Sendung wird im ZDF ausgestrahlt am 25.12.2009 um 19:30 Uhr und online in der
ZDF-Mediathek zur Verfügung gestellt.

Viele Themen der Dokumentation sind ebenfalls zu finden in unserem
Engel-Special.

Frohe Weihnachten!

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Fürbitte geht online

Ein wundervolles interaktives Fürbittbuch und eine rundum gelungene Einladung, das Gebet oder neue Gebetsformen für sich zu entdecken, hat die Svenska Kyrkan (Schwedische Kirche) ins Web gestellt. Wer möchte, kann sein Gebet den anderen Besuchern der Website und der Fürbitte einer lokalen Kirche empfehlen. Außerdem lädt die Kirche immer wieder zu Kontakt und Gespräch ein. Bereits über 20.000 Gebete sind online: "Welcome, no matter who you are"

Die "Campaign for Payers" wurde zum der Star der Epica Awards 2009: Für die kreative Umsetzung erhielt die Agentur Forsman & Bodenfors den ersten Preis im Wettbewerb für interaktive Werbung. Die Epica Awards ist die größte europäische Wettbewerbsshow der Werbebranche.

Die Illustration oben stammt aus der Case Study der Kampagne.

Und Gott schuf


den Hard Rock...



(gefunden bei "Born to be Pressepfarrerin - Blog the Church" )


...als Geschenk für Dich. Alles Liebe zum Geburtstag!

Samstag, 19. Dezember 2009

Ein Wunder

Ein Freund erlaubte mir folgende E-Mail einer wahren Begebenheit, die sich erst kürzlich zugetragen hat, hier zu posten. Eine echte "Glaubenssache", eine Ermutigung, der Kraft des Gebetes zu vertrauen, und eine Einladung, füreinander zu beten:

Anfang November erfuhr ich von einem Freund, dass dessen Sohn Lukas

mit einer schweren Infektion in der Kinderklinik Augsburg liegt. Er
war am 3.11. dort eingeliefert worden. Er sei jedoch auf dem Weg der
Besserung. Mit seinem Vater wollte ich mich freundschaftlich auf ein
Glas Wein am 11.11. treffen.

Am 10.11. sagte er mir dieses Treffen ab. Der Zustand seines Sohnes
hatte sich dramatisch verschlechtert. Die Ärzte hatten jede Hoffnung
aufgegeben und die Familie darüber informiert, dass sie Lukas nicht
mehr helfen können und er wohl bald, möglicherweise noch am gleichen
Tag sterben würde.

Da ich in einer früheren Angelegenheit durch Gebete sehr konkrete
Hilfe bekommen hatte, habe ich begonnen zu beten und alle Menschen,
die ich kenne, die ich dazu in der Lage gesehen habe, um ihre Hilfe
beim Beten gebeten, darunter auch Pater Willibald, der mir zurück
schrieb, dass er sich kümmern würde. Ich habe sehr wohl gespürt, dass
gerade auch von den Gebeten aus Heiligenkreuz eine große Kraft ausgeht.

Lukas' Zustand blieb mehrere Tage lang kritisch, aber gegen Ende
dieser Woche, etwa am 13.11. besserte sich sein Zustand so sehr, dass
die Ärzte davon ausgingen, dass er seine Krankheit überleben würde.
In der Woche darauf erfuhren wir, dass der Zustand sich weiter
besserte. Die Ärzte teilten den Eltern mit, dass der Junge vermutlich
noch an Weihnachten in der Klinik liegen würde. Der Zustand sei jetzt
stabil. Aber er werde nie mehr zur vollen Gesundheit gelangen, da ein
Teil der Lunge so sehr in Mitleidenschaft gezogen war, dass man sie
in einem halben Jahr, wenn Lukas wieder in einem entsprechenden
Zustand sei, entfernen müsse.

In den Wochen danach besserte sich der Zustand von Lukas so schnell,
dass die Ärzte selbst gegenüber der Familie von einem "Wunder"
sprachen. Am vergangenen Freitag wurde Lukas aus dem Krankenhaus
entlassen. In dieser Woche der Entlassung wurde er noch einmal genau
untersucht, und die Ärzte stellten eine Heilung der Lunge fest, die
sich sich in dieser Form nicht erklären konnten. Die Lunge muss nun
nicht mehr operiert werden, und Lukas wird vollständig gesund werden.

Samstag, 12. Dezember 2009

BarCamp für kirchliche Onliner

Liebe Blogger-Kolleginnen und Kollegen,

seit Längerem treibt meine Kollegen und mich um, dass die kirchliche Kommunikation und die Verbreitung religiöser Themen und Inhalte im Internet an Schlagkraft vermissen lässt, weil zu wenig Vernetzung existiert und genutzt wird. (Die gut vernetzte christliche Bloggerszene ist da eher eine Ausnahme.)

Um Abhilfe zu schaffen, laden wir Euch und alle interessierten kirchlichen oder kirchlich orientierten Onliner zum einen Ende Februar zum ersten kirchlichen Online BarCamp nach Köln ein. Und zum zweiten bieten wir allen, ob sie teilnehmen können oder nicht, auf der Site des BarCamps eine Community zur Vernetzung an:

http://mdg-onlinecamp.mixxt.de/

Eine gute Gelegenheit sich auch mal in der wirklichen Welt zu treffen und auszutauschen.

Wir von der MDG freuen uns auf Euer Kommen - und was auch toll wäre, wenn Ihr hierfür ein bisschen die Werbetrommel rühren und das BarCamp und den Link verbreiteten könntet.

Sonntag, 29. November 2009

Selig ohne Gott

Ich erinnere mich gar nicht, wann ich mir das letzte Mal einen Stern gekauft habe, aber dieser Titel machte mich dann doch neugierig: Selig ohne Gott - ohne Fragezeichen am Ende und mit Gold als Schmuckfarbe auf dem Cover.

Doch ganz ehrlich, die Lektüre dieser Reportage darüber, wie sich Glaube jenseits der großen Kirchen seine Bahn bricht, blieb enttäuschend. Ein paar nette Beispiele von Sekten, deutschen Buddhisten und schweizer Hexen, aber keine Substanz, wenig Reflexion, kein Mehrwert. Nun hört man ja ständig, dass sich Religiösität ausbreite, aber eine wirklichen Einblick in diesen vermeintlichen Trend bietet der Artikel nicht. Was mich auch interessiert hätte, wäre gewesen, wie sich bei Katholiken und Protestanten die neuen Suche nach spiritueller Erfüllung ausprägt, die sich von den Standardangeboten ihrer Kirchen nicht mehr angesprochen fühlen.

Bei aller Oberflächlichkeit kann der Artikel doch mit der ein oder anderen treffenden Beobachtung aufwarten, so zum Beispiel:

"Der eigene Glaube erscheint dagegen spießig und moralinsauer. Häufig ist er es auch. Sowohl Protestanten als auch Katholiken haben über Jahrzehnte ein Spiritualtiätsdefizit aufgebaut und wirken insgesamt etwa so illuminiert wie der Bundestag. Wer den Papst und die behäbige Herrenrunde der deutschen Bischofskonferenz oder die staubtrockene evangelische Synode betrachtet, denkt nicht an Gott, sondern eher an Versicherungsverträge."

Samstag, 14. November 2009

Glaubenssache

Existiert Gott? Oder ist Glaube ein irrationaler Wahn? Wird die Neurowissenschaft demnächst Gott als biologisches Trick-Gen entlarven? Sind Schöpfungsglaube und Evolution miteinander vereinbar? Welche Rolle spielt die Religion in unserer Gesellschaft?

Nicht erst seit Atheistenbusse uns vom Gotteswahn befreien wollen und gleichzeitig Bücher wie "Die Hütte" oder "Ich bin dann mal weg" die Bestsellerlisten anführen, erhitzen Gott und Glaube die Gemüter: Religion bleibt schon deshalb immer aktuell, weil sie auf ein existentielles Sinndefizit des Menschen verweist.

Diese und viele weitere interessante Glaubenssachen beleuchtet das neue Funkkolleg "Religion und Gesellschaft" des Hessischen Rundfunks. Auf der Website Funkkolleg Religion und Gesellschaft kann man die 24 Radiosendungen nach der Ausstrahlung als Podcast anhören.

Die drei ersten Sendungen sind bereits online:
  • "Religion zwischen Fundamentalismus und Fortschritt"

  • "Ich bin dann mal fromm - Weltflucht oder Gotteserfahrung"

  • An den Lebensrändern - Glaube und Trost
An den kommenden Samstagen folgenden weitere spannende Themen wie
  • "Die Kraft der Spiritualität - Glaube und Heilung", in der unterschiedliche religiöse Praktiken zur Unterstützung persönlicher Heilungsprozesse diskutiert werden, und

  • "Lucifer´s Rising - Religiöse Pathologien".
Interessierte finden alle Themen im Überblick mit Sendezeit.

Die Sendungen dauern je knapp 25 Minuten, zusätzlich gibt es Literaturtipps und weiterführende Links sowie ergänzende Video-Dokumentationen, auf Facebook kann man sogar mitdiskutieren

Sonntag, 1. November 2009

Besuch im Mainzer Dom

1000 Jahre Mainzer Dom! Anlässlich des Jubiläums wurde im Auftrag des ortsansässigen ZDF ein toll gemachter virtueller Rundgang durch den Hohen Dom zu Mainz produziert.

In mehr als dreißig 360-Grad - Panoramen kann der Dom besichtigt werden. Der Rundgang führt an alle Sehenswürdigkeit und an Orte, die der Öffentlichkeit normalerweise nicht zugänglich sind.

Typisch für die Mainzer, die so leidenschaftlich gerne und schön feiern, ist: Schon 1975 fand eine Tausendjahrfeier statt - in der Annahme, dass Erzbischof Willigis gleich nach Dienstantritt 975 mit dem Bau des Domes begonnen habe. Grund für das zweite 1000 Jahre - Jubiläum: 1009 fiel der neue Dom kurz vor oder kurz nach der Weihe einer verheerenden Brandkatastrophe zum Opfer - ein historisch gesichertes Datum. Außerdem gab es 1975 noch keine virtuellen Rundgänge im Internet.

Dienstag, 27. Oktober 2009

Halloween - Allerheiligen

Halloween - der Name ist Programm: All Hallows´Even bedeutet "Abend vor Allerheiligen". In liturgischer Sicht zählt der Vorabend zum Folgetag, so dass es alles andere als abwegig ist, auch Allerheiligen schon am Abend des 31. Oktober zu feiern. Und die Kürbisse haben an Allerheiligen die gleiche Existenzberechtigung wie die Eier und Hasen am Hochfest der Auferstehung.

Die evangelischen Schwestern und Brüder, die an Halloween Reformationstag feiern und schon mal über die Verehrung der Heiligen diskutieren, laden wir selbstverständlich gerne zur Party ein. (Aber nur verkleidet!) Ein Feiertag der Heiligen, die uns zu Gott voraus gegangen sind, ist ein Tag der Gemeinschaft und der Solidarität aller Christen - der Lebenden und der Toten. Wir Christen gehören zusammen als Gemeinschaft der Heiligen, wie es im Glaubensbekenntnis heisst. Wir halten Fürbitte füreinander, wir sind die eine Kirche - in diesem und im ewigen Leben.

Einen großen Raum nimmt an diesem Tag traditionell das Totengedenken ein. Allerheiligen als Antwort Gottes auf Leiden und Tod - ein Gastbeitrag von Evi Lotz-Thielen.

Montag, 26. Oktober 2009

Die Päpstin und die Heilige

Zwei Frauen aus der Kirchengeschichte des Mittelalters sind die Protagonistinnen akuteller Kinofilme: Hildegard von Bingen und Johanna aus Ingelheim - die eine als Heilige verehrt, die andere als Legende seit Jahrhunderten lebendig. Natürlich hat nicht nur Rheinhessen große Theologinnen hervorgebracht: Hildegard nennt man gern in einem Atemzug mit Katharina von Siena, Teresa von Avila, Birgitta von Schweden, Mechthild von Magdeburg. Dünkt uns das Mittelalter womöglich deshalb finster, weil man damals noch eine Frau als Päpstin denken konnte, während die Kolleginnen heute nicht mal vom Diakonat träumen dürfen?

Letzteres tut Päpstin Johanna-Expertin Elisabeth Gössmann im Interview mit Barbara Just.

Freitag, 23. Oktober 2009

Rosenkranz beten - Anleitung

Eine leicht verständliche Anleitung zum Rosenkranzgebet in Textform findet man jetzt in unserem Rosenkranz-Special.

Entdeckung im Rosenkranzmonat

Endlich ein klares katholisches Signal gegen das erwachende Interesse der Esoterik an Gebetsschnüren und Mantren: Der Rosenkranz aus Monstranzbohnen! (Aus urheberrechtlichen Gründen nur der Link zum Foto. Botanikfreaks bitte hier entlang.)

Aber - Hand aufs Herz: Als Engel würde die Zeichnung auf der Bohne womöglich auch durchgehen.

Freitag, 2. Oktober 2009

Freundschaft mit Gott kann ganz schön anstrengend sein...

... Kuckst du! Der Kanadier Jon Lajoie ist absolut Kult.

Dienstag, 15. September 2009

Das Wunder von Haidhausen

Gestern wurde uns im Büro eine wundersame Erscheinung zuteil: Eine bislang unbekannte Heilige geruhte in einer Kaffeetasse zu erscheinen. Ich glaube nicht, dass es die Jungfrau Maria höchstpersönlich ist - wegen der kurzen Haare. Aber hat jemand eine Idee?


P.S.: Ich hoffe, dass sie niemand gespült hat. Abgesehen vom Sakrileg, können wir bei Ebay damit bestimmt ein Vermögen verdienen.

Dienstag, 8. September 2009

Mit Rosenkranz und Kreuzweg zur Erlösung

Als ich neulich in meiner Gemeinde mal den Rosenkranz mitbetete, blieben meine Gedanken bei dem kurzen Gebet vor dem "Vater unser" hängen: "O mein Jesus, verzeih uns unsere Sünden. Bewahre uns vor dem Feuer der Hölle. Führe alle Seelen in den Himmel auf, besonders jene, die deiner Barmherzigkeit am meisten bedürfen."

Dazu fiel mir noch die Zeile aus dem Kreuzweg ein: "Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich, denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst."


Nun ist das mit der Vereinbarkeit von katholischem Glauben und Allerlösung ja so eine Sache, die von Origines bis zur "Für Viele - Für Alle" - Diskussion durch die ganze Kirchengeschichte hindurch die Gemüter erhitzt. Doch auf die Kraft der Fürbitte vertrauend darf ich vielleicht trotzdem hoffen, dass die Hölle nicht ganz so überfüllt ist, wie uns selbsternannte Online-Verkünder vermeintlicher katholischer Wahrheiten das Fürchten lehren wollen?

Bin ich ein katholisches Unikum?

Eine ausgeprägte Bekennermentalität gehört nicht zu meinen größten Charakterschwächen und bisher habe ich mich in keiner Hinsicht für außergewöhnlich gehalten. Doch nach den Veröffentlichungen kirchlicher Journalisten über katholische Blogger in den letzten Wochen fühle ich mich fast wie ein Alien.

Darum muss es jetzt raus: Ich bin katholisch, halte die Liturgiereform des Vaticanum II für damals längst überfällig und notwendig, habe sogar schon Gottesdienste gefeiert, in denen frei formulierte Gebete besser passten als die aus den liturgischen Büchern, diskutiere auch mal über Aktivitäten unseres Papstes, sympathisiere (mangels besserer Alternative) mit dem ZDK und der Rätestruktur, außerdem mit dem Geist des Konzils, freue mich über viele Äußerungen des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, wünsche mir mehr Möglichkeiten für Frauen in der Kirche und habe sogar schon mal Publik Forum gelesen.

Kurz:
Ich bin eine ganz normale Mainstream-Katholikin. Und ich blogge!!!!

Sicher zu selten, wahrscheinlich zu langweilig und darum für die Berichterstattung über katholische Blogger nicht relevant. Allerdings sehe ich dieses Blog auch nicht als Gegenmodell zum katholischen Journalismus.

Donnerstag, 13. August 2009

...lieben, wenn es Gott nicht gäbe?

"würdest du versuchen zu lieben, auch wenn es [die erfahrung von] gott nicht gäbe?"
ist die Erste von fünf Fragen und

"was erhoffst du dir für dein leben angesichts der erfahrung der abwesenheit gottes?"

beginnt die Letzte.
(Nota bene: der Erfahrung der Abwesenheit Gottes! Die Erfahrung äußerster Gottesferne ist uns ja von vielen Mystikern überliefert, auch Mutter Teresa berichtet in ihren Tagebüchern vom Schweigen Gottes und dem Erlebnis dunkler Glaubensnächte.)

Auch die Anderen der fünf Fragen gehen aufs Ganze. Der Beisasse Yotin hat es wieder einmal geschafft hat, "ein schönes religiöses Thema auf seinem Blog zur Diskussion zu stellen" (St. Dymphna). Wobei mir die Diskussion im Kommentarbereich weniger bedeutsam erscheint, als sich die ein oder andere seiner Frage einfach mal selbst zu stellen.

Da ich mich nicht traue, sie komplett zu zitieren, hier der Link.

Sonntag, 9. August 2009

Zeuginnen des Glaubens

Wie die Kirche ein "durch die Jahrhunderte stolperndes Gottesvolk" (Herlinde Pissarek-Hudelist) ist, sind auch wir Christusgläubigen durch unsere Leben stolpernde Gotteskinder. Denn Glauben bedeutet ja nicht, vorgefertigte Antworten auf Fragen, die man vielleicht gar nicht hat, zu rezitieren. Glauben bedeutet: auf der Suche sein nach dem "Mehr" des Lebens, nach dem Sinn, dem Dahinter. Und Glauben bedeutet "Ringen mit Gott", in eine Beziehung zu treten, deren lebendige Dynamik sich in meinen Fragen, Klagen und Zweifeln genauso zeigt wie in meinem Loben, Danken und Bitten.

In diesen Tagen veröffentlicht Barbara einen langen, frommen, berührenden Briefwechsel mit
Antje Schrupp
- zwei Frauen auf ihrem Glaubensweg, die Eine als Mentorin der Anderen. Eine Jüngerin, die das Evangelium verkündet, in dem sie auf Fragen zu antwortet versucht, die eine andere Frau bewegen. Ein bisschen wie damals Philippus und der Äthiopier in Apg 8, 26-40.
(Ab hier dann eher nix mehr für Männer.)

Ein Passus als Zitat:

"Dass Jesus auferstanden ist, glaube ich ... weil Maria Magdalena es bezeugt hat ...
ich kenne sehr viele kluge und feministische Katholikinnen, das heißt, offenbar hat auch der Katholizismus aus weiblicher Sicht etwas Gutes (sie bezeugen das sozusagen. Das Wort “Glaubenszeuginnen” gefällt mir gut – Frauen, die von ihren Erfahrungen mit dem Göttlichen erzählen)."


Zu Barbaras Serie "Frauen und Religion":

Teil 1: "Fromm durch Feminismus"
Teil 2: "Teilhabe an etwas Größerem bringt Freiheit"
Teil 3: erscheint morgen.

Freitag, 7. August 2009

Christen in Gottes Gegenwart

Die katholische Wochenzeitschrift "Christ in der Gegenwart" startet eine Umfrage zum Thema "Ein neues Konzil" und erntet Leserbriefe voller Glaubenssachen. Ein toller Erfolg! Da werden ganz persönliche Fragen wie "Wer ist Gott? Gibt es ihn überhaupt?" formuliert. Menschen, die die christliche Verheißung weitergeben möchten, stellen fest, wie schwer manche historisch gewachsenen Traditionen mit heutigen Lebenserfahrungen ins Gespräch zu bringen sind, und was das für sie und ihren Alltag als Christen bedeutet.

Vielleicht gelingt es uns Katholiken ja doch ab und zu, zwischen all den Streitereien "Erzkonservative gegen Progressive" (gäääähhn, sorry) zentrale Themen und Erfahrungen des Lebens und Glaubens zu besprechen.

p.s. Ich lese "Christ in der Gegenwart" übrigens deswegen nicht, weil die Herders es einfach nicht hinbekommen ihren Content online zu stellen. Die erwarten doch im Ernst, dass ich eine Umfrage erst als pdf downloade, mit einem Stift ausfülle und dann auch noch faxe oder sogar eintüte und zur Post trage! Umfrage als Abo-Kampagne? Wo ist die Kirche im Web?

Mittwoch, 5. August 2009

Gott und der Urknall

Diskussionen um die Vereinbarkeit von Naturwissenschaft und Religion, Evolution und Schöpfung, Glaube und Vernunft werden gerade von Atheisten, die ein vermeintlich naturwissenschaftlich geprägtes Weltbild vertreten, immer wieder aufs Tapet gebracht - allen Beteuerungen gläubiger Menschen zum Trotz, dass hier überhaupt kein Widerspruch besteht.

Um sich als glaubender Mensch für Naturwissenschaften begeistern zu können, braucht es weder den Entwurf eines "Intelligent Design" noch die theologisch überhöhte (inzwischen ohnehin schon wieder überholte? Korrigiert mich bitte!) Hypothese der Singularität am Beginn unseres Universums.

Blogger-Kollege Phil, selbst Naturwisschenschaftler und Katholik, hat einen sehr lesenswerten Artikel zu diesem Thema geschrieben und das Verhältnis Naturwissenschaft - Glaube in ein schönes mathematisches Bild verpackt. Auf den Punkt bringt es eine Erläuterung aus dem Kommentarbereich: "Ich würde auch nicht sagen, daß man dann (an den Grenzen der Mathematik/Naturwissenschaft - Ergänzung von mir) per se in der Theologie landet; die Theologie, die Religion, gibt uns Antworten nach dem Sinn und dem Grund unserer Hoffnung. An der Grenze unserer Vorstellungskraft oder der Mathematik angelangt zu sein, zeigt erstmal nur auf, daß man halt an Grenzen angelangt ist. Das gibt uns weder den Sinn noch die Hoffnung, die uns die Theologie gibt." Wobei ich "Theologie" lieber durch "Glaube" ersetzen würde.

Zum Artikel:
Wo die Unendlichkeit der Mathematik aufhört...


Samstag, 1. August 2009

Vorsicht katholikenfeindlich!

Mit den fiesesten Methoden viralen Marketings versuchen die Protestanten für ihr "sola gratia" - allein durch die Gnade Gottes seien wir erlöst - zu werben. Ts ts ts


Montag, 20. Juli 2009

Kirchensteuer - Glaubenssache?

Wozu gleich aufwändige unerlaubte Bischofsweihen veranstalten? Wer sich in Deutschland die Tatstrafe der Exkommunikation zuziehen möchte, kann das bekanntermaßen mit einer einfachen Erklärung an das Finanzamt viel leichter bekommen*. Doch Vorsicht! Damit könnte bald Schluss sein: Gestern berichtete Welt Online in "Kann man ohne Kirchensteuer katholisch sein?", dass der emeritierte Freiburger Kirchenrechtler Prof. Hartmut Zapp die Exkommuniationswilligen dieser Möglichkeit berauben will. Er hat sich in eine juristische Auseinandersetzung mit der Erzdiözese Freiburg begeben, die die betreffende Erklärung der Deutschen Bischofskonferenz als unwirksam aushebeln soll.

Im Ernst: Was hier als Präzendenzfall für alle Kirchensteuergegner lanciert wird, könnte das gesamte deutsche Kirchenfinanzierungssystem erneut zur Diskussion stellen. Ein historisch gewachsenes System, das heutzutage von verschiedensten Seiten in Frage gestellt wird:

1. Atheisten fordern die totale Trennung von Staat und Kirche.
2. Ultrakonservative Katholiken möchten gerne den in ihren Augen modernistischen Kirchenoberen ihre finanzielle Unterstützung entziehen und dadurch ihr Mißtrauen aussprechen - das Zapp´sche Modell: Sie möchten aus der Körperschaft öffentlichen Rechts austreten, aber selbstverständlich zur katholischen Kirche als Glaubensgemeinschaft dazugehören.
3. Die vielen Menschen, die lautlos aus finanziellen Gründen austreten, von der Exkommunikation gar nichts wissen, unter ihr leiden oder sie achselzuckend in Kauf nehmen, sich selbst aber ohne weiteres als gläubig bezeichnen und darauf Wert legen mit ihren Kinder Erstkommunion und Firmung zu feiern.
4. Ich zum Beispiel wundere mich immer ein bisschen darüber, dass einerseits kirchlicherseits Ungerechtigkeiten der staatlichen Steuergesetzgebung glücklicherweise immer wieder angemahnt werden - beispielsweise die Besteuerung des Existenzminimus für Kinder - , man sich andererseits qua Kirchensteuer aber selbst in dieses System begibt und es dadurch letztlich legitimiert.
5. Weitere Meinungen sind im Kommentarbereich des oben verlinkten Artikels nachzulesen.

Niemand wird bezweifeln, dass wer zu einer Gemeinschaft gehören will, auch deren finanzielle Grundlagen mitzutragen bereit sein muss. Außerdem ermöglicht uns die Kirchensteuer Vieles, das sonst nicht so selbstverständlich möglich wäre und auf das wir Christen nicht verzichten möchten. Die meisten zahlen ja auch gerne und sind vielleicht auch dankbar für das vereinfachte Zahlungsprocedere durch die Kirchensteuer.

Andererseits kann man nicht ernstlich behaupten, dass das Thema Kirchensteuer an das Zentrum des christlichen Glaubens rührt. Den Kirchensteuerverweigerern automatisch den Tatbestand der Apostasie, Häresie oder des Schismas zu unterstellen, ist inhaltlich längst nicht immer durch entsprechende Bekenntnisse gedeckt und deshalb keine wirklich elegante Lösung. Den Verantwortlichen der Erzdiözese Freiburg wünsche ich für diesen Rechtsstreit die Geistesgaben der Weisheit und der Kreativität. Die entscheidenden "letzten" Fragen wird möglicherweise nicht das Kirchenrecht beantworten.

*Zur Erläuterung:
Die Tatstrafe der Exkommunikation ziehen sich alle zu, die in Deutschland keine Kirchensteuer mehr zahlen wollen. Die Erklärung gegenüber dem Finanzamt wird damit kirchenrechtlich der Apostasie, der Häresie und dem Schisma gleichgesetzt. Diese Regelung wurde zuletzt im Frühjahr 2006 wegen einer Note des Päpstlichen Rat für die Interpretation der Gesetzestexte an den Vorsitzenden der Amerikanischen Bischofskonferenz diskutiert, dann aber von der Deutschen Bischofskonferenz in einer Erklärung am 24. April 2006 bestätigt. Nachzulesen bei katholisch.de

Mittwoch, 15. Juli 2009

Christen und Esoterik

Heilen mit Bachblüten, Reiki und Pendeln, geistliche Wege beschreiten mit Zen, Kinder erziehen mit Waldorf-Pädagogik, Mandalas malen, Yoga üben, mit Chakren arbeiten - esoterische Praxis und Gedanken haben sich längst in unserem Alltag als Christen etabliert. Warum auch nicht? "Prüft alles und behaltet das Gute!" schreibt schon Paulus und wer sich um die "Unterscheidung der Geister" bemüht, wird nicht in einer schwarzen Messe oder einer menschenfeindlichen Sekte enden. Tatsächlich findet sich in der modernen Esoterik Vieles wieder, das wir aus der Bibel und christlichen Tradtion längst kennen: Kontakte zu Engeln, Dämonenaustreibung und Geistheilung, belebtes Wasser, Fürbittgebete, Jenseitskontakte und Visionen.

Selbstverständlich können Christen auch ohne all das auskommen. Der Glaube an den dreifaltigen Gott, der uns erlöst hat, braucht die Esoterik nicht und ist für rational veranlagten Menschen genauso befreiend wie für esoterisch angehauchte. Schön ist die Geschichte von Robert Spaemann, in der Papst Johannes Paul II. den katholischen Christen, die an Reinkarnation glauben, eine Brücke baut: "
Ein Gespräch über die letzten Dinge".

Gefunden habe ich den Hinweis auf diesen Text in einem lesenswerten Artikel "
Esoterik und katholischer Glaube", in dem ein unbekannter Autor recht differnziert darüber schreibt, "dass sich esoterische Weisheit und katholischer Glaube durchaus etwas zu sagen haben".

Donnerstag, 25. Juni 2009

Jenseits

"Jenseits von richtig und falsch liegt ein Garten, da werde ich dir begegnen."

Dieses Zitat des islamischen Mysikers Rumi steht über der Website des Projekts "Beyond": Christliche Gebetstradition und buddhistische Mantras verbinden sich in jedem der dreizehn Tracks zu einer musikalischen und spirituellen Einheit. Zusammen mit Tina Turner, die eigene Texte und Gedanken zwischen den Stücken spricht, wurden die Gesänge ihrer beiden Nachbarinnen Regula Curti und Dechen Shak-Dagsay am 19. Juni veröffentlicht.

Der Besuch des Dalai Lama bei Abt Martin Werlen OSB in Einsiedeln im August 2005 gab Regula Curti den zentralen Anstoß für die Entstehung des Projekts. Beide unterstützen es ebenfalls mit einer eigenen Botschaft: "Alle Religionen lehren uns die Tugenden Liebe, Barmherzigkeit, Geduld...Musik und Gesang sind kraftvolle Wege, um diese allgemein wirksamen Vorstellungen zum Ausdruck zu bringen..." (aus der Botschaft des Dalai Lama) und "...Wir können das Gemeinsame wahrnehmen, ohne die Unterschiede zu verwischen. Dabei verlieren wir nichts, sondern werden gegenseitig beschenkt." (Abt Martin Werlen)

"Das gemeinsame Singen und Beten kann uns an einen Ort führen, wo Liebe und Mitgefühl wachsen", beschreiben die Sängerinnen Regula Curti und Dechen Shak-Dagsay ihre Motivation für das Projekt. Die gesamten Einnahmen fließen in Charity-Projekte.

Domradio besprach ausführlich, hier der offizielle Trailer zu

Beyond


Dass Musik die Verbindung der Menschen zum Spirituellen stärkt, hat kürzlich das Sozialwissenschaftliche Institut der Evangelischen Kirche in einer Studie zum Boom des Gospelsingens bestätigt.

"Keep singing, singing takes you beyond" - ermutigt Tina Turner.