Mittwoch, 25. August 2010
Weihnachten 2010
Seit dieser Meldung werde ich einen Ohrwurm nicht mehr los: "Nun freut Euch, Ihr Christen, singet Jubellieder...kommt lasset uns anbeten den König, den Herrn " (GL 143, hier der komplette Text)
Es ist jedes Jahr das Gleiche: Von Konsumwahn und Kitschdeko-Orgie angewidert habe ich überhaupt keine Lust auf Weihnachtsgeschenke, Weihnachtsmärkte, Weihnachtsbäume und träume von einer kleinen besinnlichen Klause, in der ich über die Geheimnisse der Geburt Jesu vor mich hin meditieren könnte. Und dann passiert es irgendwann: Die echte Nachricht von Weihnachten "Gott ist Mensch geworden" haut mich um. Ist das nicht Wahnsinn? Und dann freue ich mich, dass inzwischen fast die ganze Welt irgendwie mitfeiert.
Samstag, 24. Juli 2010
zwei alte gedichte
wahrscheinlich passt es gar nicht, ich bin keine germanistin, es kam mir einfach in den sinn, ein gedicht von paul celan, eines der ganz wenigen, die ich mal auswendig konnte:
Bei Wein und Verlorenheit, bei
beider Neige:
ich ritt durch den Schnee, hörst du,
ich ritt Gott in die Ferne - die Nähe, er sang,
es war
unser letzter Ritt über
die Menschen-Hürden.
Sie duckten sich, wenn
sie uns über sich hörten, sie
schrieben, sie
logen unser Gewieher
um in eine
ihrer bebilderten Sprachen.
wahrscheinlich auch dies germanistisch unerträglich - ich konnte "Bei Wein und Verlorenheit" nie ohne
Zürich, Zum Storchen
Für Nelly Sachs
Vom Zuviel war die Rede, vom
Zuwenig. Von Du
und Aber-Du, von
der Trübung durch Helles, von
Jüdischem, von
deinem Gott.
Da-
von.
Am Tag einer Himmelfahrt, das
Münster stand drüben, es kam
mit einigem Gold übers Wasser.
Von deinem Gott war die Rede, ich sprach
gegen ihn, ich
ließ das Herz, das ich hatte,
hoffen:
auf
sein höchstes, umröcheltes, sein
haderndes Wort –
Dein Aug sah mir zu, sah hinweg,
dein Mund
sprach sich dem Aug zu, ich hörte:
Wir
wissen ja nicht, weißt du,
wir
wissen ja nicht,
was
gilt.
Dienstag, 6. Juli 2010
Bischof Bode spricht jetzt facebookisch
Montag, 5. Juli 2010
Kirche, Menschen, Medien 2010
"Ich denke, es gibt schon viele Katholiken, die von ihrer Kirche noch einiges erwarten: Lebensbegleitung, sakramentale Begleitung, Seelsorge, auch sehr viel soziales Engagement und Engagement für Gerechtigkeit und Frieden, und die sich zunehmend fragen, ob die konkret vorfindliche Kirche das leistet. Es ist eine Situation zwischen Hoffen und Bangen." lautet eines von vielen Zitaten im lesenswerten Hintergrundbericht des Deutschlandradio, das die Situation unserer Kirche in Deutschland treffend beschreibt.
Wie stehen die Katholiken zu ihrer Kirche? Was schätzen sie, zu welchen Themen gibt es Meinungsverschiedenheiten? Aus welchen Quellen informieren sie sich zu religiösen Themen und Fragen? Nach den Ereignissen der letzten Monate ist das Zusammenwirken von Kirche, Menschen und Medien mehr denn je in der Diskussion.
Brandaktuelle Erkenntnisse zu diesen und vielen weiteren tiefer gehenden Fragen liefert eine repräsentative Studie, die mit den beiden renommierten Markt- und Sozialforschungsinstituten "Institut für Demoskopie in Allensbach" und "Sinus Sociovision" durchgeführt wurde: der MDG-Trendmonitor "Religiöse Kommunikation 2010"
Aus erster Hand gibt es eine kleine Zusammenfassung: Das Interview mit Georg bei Radio Vatikan zum Trendmonitor "Religiöse Kommunikation 2010" kann man als Podcast anhören oder in der gedruckten Version lesen. Georg hat außerdem eine kleine Kostprobe der Ergebnisse zum Download zusammengestellt.
Das wahre Gebet
"Es ist wichtig zu lernen, Augenblicke der Stille in unserem Alltag zu erlernen, um die Stimme des Herrn hören zu können. Seid gewiss: wenn jemand lernt, diese Stimme zu hören und ihr ganzen Herzens zu folgen, so hat er Angst vor gar nichts, er weiß und spürt, dass Gott mit ihm und mit ihr ist, Freund, Vater und Bruder.“
zitiert Radio Vatikan. Und weiter:
"Das wahre Gebet ist nicht weit weg von der Wirklichkeit. Wenn euch das Gebet vom eurem wirklichen Leben wegführt und entfremdet, seid auf der Hut: das ist kein echtes Gebet! Es geht nicht darum, die Worte zu vermehren – das sagte schon Jesus – sondern ganz in der Gegenwart Jesu zu bleiben und die Worte des Vater Unser zu wiederholen, dass alle Probleme unseres Lebens umgreift, oder in der Anbetung, in der Meditation der Schrift oder der Liturgie. Alles das lenkt nicht vom Leben ab."
Samstag, 19. Juni 2010
Ein schönes Schlusswort
Nach Mixa
Walter Mixa lügt. Ein Beispiel: Am 9. Mai, nach der Annahme des Rücktritts durch den Papst, sagte er der Bild am Sonntag, er sei in einer Schweizer Klinik „wegen Problemen mit den Schleimbeuteln“ und müsse am Knie operiert werden. Richtig ist: Mixa war nicht in einer orthopädischen, sondern in einer psychiatrischen Klinik.
Trotz nachweisbarer Lügen spinnt Mixa mit seinen Freunden und Einflüsterern an einer Legende: Er geriert sich als Konservativer, der von linken Intriganten zum Rücktritt gezwungen wurde...
Hier geht's zum ganzen Leitartikel.
Sonntag, 23. Mai 2010
Ein neues katholisches Blog ist online!
Welchen besseren Tag als Pfingsten könnte es dafür geben, eine neue geistreiche Stimme unter den katholischen Bloggern zu begrüßen? Janko bloggt seit dem 4. Mai als "Der andere Franz" in katholischer Weite mit franziskanischen Perspektiven.
Die Posts sind alle lesenswert. In einem weist er auf seinen Film "Möller gegen Gott" hin, für den er einen Atheisten auf dem Ökumenischen Kirchentag in München begleitet hat: Die Erlebnisse des Philipp Möller unter Christen, der als Vertreter der Giordano Bruno Stiftung für eineTalkrunde mit Bischof Gebhard Fürst und Präses Nikolaus Schneider angereist war.
Schöne Pfingsten!
Samstag, 22. Mai 2010
Die Tochter des Pfarrers
...scheint doch etwas Besonderes zu sein. Oder vielmehr ihr Vater.
Sie ist nur wenige Jahre jünger als ich, doch ich erinnere mich noch an das Baby auf dem Wickeltisch im Pfarrhaus. Wahrscheinlich war ich als kleines Mädchen mit meiner Mutter dort, die eine Messe bestellen wollte - das kam öfter vor. Etwa drei bis vier Jahre später habe ich mal einen Dorfklatsch darüber mitbekommen, dass die Tochter des Pfarrers im Kindergarten das "sch..."-Wort benutzt hatte. Damals war das unter Erwachsenen noch ganz arg verpönt. Natürlich sagte sie "Papa" zu ihrem Vater, wurde Ministrantin, hat geheiratet usw. Im Gegensatz zu mir wohnt sie, glaube ich, heute noch in unserem Heimatdorf, ihr Vater ist zum Ruhestand in die Nachbargemeinde gezogen. Die Geschichte ist natürlich total langweilig. Eine ganz normale Familie, mit Schwiegersohn und Familienfesten. Wäre mir nie eingefallen, darüber zu bloggen. Bis mir nach Jahrzehnten heute auffiel: Ich habe nie wieder einen katholischen Priester getroffen, der ein kleines Kind adoptiert hat.
Damit will ich nicht sagen, dass ein guter Pfarrer unbedingt Kinder haben muss. Aber: Unserer war für Kinder ein guter Pfarrer.
Montag, 17. Mai 2010
Think Tank der Kirche: Think Big!
Diese Themen warten schon seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil auf die offene Diskussion darüber, was "Kirche in der Welt von heute" - in Deutschland bedeutet. Ich werde weder den Pflichtzölibat verteidigen noch die Frauenordination ablehnen. Auch eine Stärkung der Ortskirchen, beispielsweise hinsichtlich Bischofsbesetzungen, wäre mehr als wünschenswert. Es ist unerlässlich, dass sich die Kluft zwischen dem, was die Mehrheit der Gläubigen glaubt, erfährt, lebt und denkt und dem, was offzielle Lehrmeinung ist, geschlossen wird. Dass der Diskurs nun unter dem Druck einer Austrittswelle begonnen wird, finde ich schade und unglücklich. Ich wünschte er wäre ohne Missbrauchs- und Glaubwürdigkeitskrise in Gang gekommen.
Er wird auch nicht ausreichen, verlorenes Vertrauen zurück zu gewinnen. Dazu brauchen wir viel mehr als Zölibats- oder Kirchensteuerdiskussionen! Wir haben gerade in der aktuellen Krise eine riesengroße Chance: Der Öffentlichkeit zu zeigen, wie der Glaube an Jesus Christus neue Lebensmöglichkeiten eröffnet - durch Umkehr, Versöhnung, Hoffnung und Befreiung zu einem neuen Leben. Wie wir als Schwestern und Brüder so miteinander umgehen, dass ein großes Mehr an Leben in Fülle für Alle daraus erwächst. Eine Gemeinschaft, die ihren Glauben und ihr Leben auf dem Evangelium gründet, wird wieder einladend und attraktiv für Menschen sein, denn sie bietet ihnen eine Perspektive für ihr eigenes Leben. Äußerungen wie "Das Schicksal eines Menschen ist wichtiger als der Ruf (die Macht, der gesellschaftliche oder der politische Einfluss, die Pfründe) der Institution" treffen in etwa das, was ich meine. Jetzt gilt es aufzuzeigen, wie dies in Zukunft konkret und konsequent umgesetzt werden kann.
Bernd Jochen Hilberath, Professor für Katholische Dogmatik an der Uni Tübingen hat es im Blick auf die aktuelle "Missbrauchskirse" so formuliert: "Und dann muss Kirche in einem werbenden positiven Sinn herausstellen, wie sie vom Evangelium her, in dem es nämlich Fehler, Umkehr und Versöhnung gibt, mit diesen Dingen umgeht. Das heißt, es geht nicht nur darum, sich um die Opfer zu kümmern, das ist das Primäre, das muss unbedingt sein. Sie muss sich auch dazu stellen, wie sie mit den Tätern umgehen wird und wie Vergebung, Versöhnung, Neuanfang geschehen kann. Das muss sie in ihrem eigenen Raum glaubwürdig vorleben. Und da sollten die Bischöfe allen Wert drauf legen oder alle Anstrengungen hineingeben. Nur dann, wenn Kirche vorlebt, wie wir miteinander umgehen können - bei allem Versagen, bei aller Schuld -, dann hat sie überhaupt noch eine Chance, in der Gesellschaft ernst genommen zu werden."
Das komplette Interview mit Professor Hilberath vom 22.04.2010 hat im Kern nichts an Aktualität verloren, auch wenn der Anlass inzwischen von der Geschichte überholt wurde:
"Mixa ist nicht das Opfer der Medien" im Deutschlandradio.
Dienstag, 4. Mai 2010
Aufruf für eine prophetische Kirche
Jetzt online unterzeichnen: Leben in Fülle für Alle!
Ein in seiner Einmütigkeit beeindruckender Zusammenschluss ganz verschiedener katholischen Organisationen und Einzelpersonen hat heute in Bonn diesen Aufruf vorgestellt.
"Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben." (Joh 10,10) steht darüber, er schließt mit "Diese Hoffnung auf ein Leben in Fülle für alle drängt uns, Fatalismus und Resignation zu widerstehen und der die Welt verändernden Kraft des Glaubens zu vertrauen."
Der Aufruf umfasst eine Analyse unserer Wirklichkeit, eine Beschreibung unserer Hoffnung auf eine biblisch-christliche Welt- und Werteordnung und das Bekenntnis unserer Verantwortung mit Verpflichtungscharakter.
Ich kann mir keinen katholischen Christen vorstellen, der das nicht unterzeichnen möchte.
Sonntag, 2. Mai 2010
Salve Regina
Salve, Regina, mater misericordiae,
vita, dulcedo, et spes nostra, salve.
Ad te clamamus exsules filii Hevae.
Ad te suspiramus,
gementes et flentes in hac lacrimarum valle.
Eia, ergo, advocata nostra,
illos tuos misericordes oculos ad nos converte.
Et Iesum, benedictum fructum ventris tui,
nobis post hoc exsilium ostende.
O clemens, O pia, O dulcis Virgo Maria. Amen.
Sonntag, 7. März 2010
Fastenzeit: Gott lässt mit sich reden
Beten - den Draht zu Gott wieder finden oder wieder verstärken.
Teilen - alles, was uns gegeben ist an Gaben und Möglichkeiten so einsetzen, dass auch andere besser leben können."
Bischof Bode hat eine schöne Predigt zur Fastenzeit gehalten. Die Grundvollzüge der Österlichen Bußzeit "Fasten - Beten - Teilen" übersetzt er gelungen in allgemein verständliche Worte und konzentriert sich dann auf das Gebet. Eine schöne Katechese zum "Vater unser" mündet in die Einladung sich dem weltweiten Netzwerk der Beter anzuschließen.
Die Predigt in Textform kann man bei der www.dbk.de nachlesen.
Sonntag, 28. Februar 2010
Franz, der Musiklehrer oder Kant zwischen zwei Hellen
Kneipen. Wir landeten irgendwann, recht spät war es auf jeden Fall, im Augustiner und
setzten uns an einen Tisch, an dem bereits ein Mann mittleren Alters saß. Ich suchte noch
kurz die Toiletten auf und als ich zurück kam, waren mein Freund und der Mann bereits in ein
Gespräch über Irland vertieft.
Unser Bier kam und ich lauschte dem Gespräch. Ich kann nicht mehr sagen wie, aber plötzlich
waren wir bei dem Thema "Katholische Kirche". Nach einigem hin und her outeten wir uns
beide als Theologen. Er schaute uns spitzbübisch an und meinte wohl, einen großen Coup
landen zu können, indem er frech grinsend fragte: "Jungs, was ist eigentlich Glaube?"
"Etwas positiv weiterdenken", antwortete mein Freund gewieft. Unser Tischnachbar schien
damit nicht ganz zufrieden zu sein und stieg sofort mit philosophischen Fragen ein.
Wir diskutierten über christliche Werte, was Religion für Massen bedeuten kann, den
persönlichen Glauben und sogar themenlastige Fragen wie die Frage der Trinität und der
Transsubstantiation; wir versuchten sogar die Frage zu erörtern, ob man Christ sein kann,
ohne die Auferstehung Jesu Christi anzunehmen. Ob das nicht zu dogmatisch sei und wo die
Freiwilligkeit in dieser Entscheidung liege, fragte er. Bei dieser Fragen gerieten wir dann ins
Stocken und bestellten die nächste Runde. Mittlerweile hatten wir drei auf das "Du"
angestoßen und wussten, dass er Musik und Pädagogiklehrer war und großes Interesse an der
Religionswissenschaft hatte. Franz, so sein Name, fragte uns dann, wie eine absolute Vorgabe
mit dem Gewissen vereinbar sei und ob dies nicht ein Problem im Christentum darstelle?
Wir verneinten das, denn der Gewissensvorbehalt ist selbst im CIC, dem kirchlichen
Gesetzbuch verankert, als letzter Artikel. Freundlich lächelnd meinte er dann, dass er mit der
Annahme des Glaubens Schwierigkeiten habe, da es für ihn nicht einfach wäre dies alles
anzunehmen und für wahr zu halten. "Und genau das ist Kant", meinte ich dann, nachdem mein Glas schon wieder nur noch halbvoll war. "Kant meint als Definition für den Glauben, etwas Unzureichendes für wahr halten. "Es ist nur - oder Gott sei Dank - Glaube, wenn wir etwas annehmen, was wir nicht ganz nachvollziehen können. Die Fähigkeit, Glauben zu können, wird auch als Gnade angesehen und Gnade als Geschenk", schloss mein Kumpel ab.
Franz dachte kurz nach und leerte dann mit einem Schluck sein Glas. Grinsend stimmte er uns
zu und bot dann an, unsere Zeche zu übernehmen. Das war für uns natürlich kein Problem.
Für uns ging es schließlich noch weiter an diesem Abend und Franz verließ uns dann auch
bald, da er auf den letzten Zug in seine Heimat musste. Uns rief das Andechser am Dom.
Ein Gastpost von Philipp Brutscher.
Donnerstag, 25. Februar 2010
Jesus von Montreal
Inzwischen kann man den kompletten Film in 13 Häppchen auf Youtube ansehen - in französischer Originalsprache mit englischen Untertiteln.
[Sorry, die Videos wurden inzwischen wegen Verstoßes gegen die Nutzungsbedingungen entfernt. Ich bette deshalb jetzt den Beginn des Films ein, der an den Anfang des Markusevangeliums erinnert. ]
Montag, 22. Februar 2010
Ich glaube an Gott, weil...
Dieses schlichte, überzeugende Glaubenszeugnis stammt nicht von einem "Berufsgläubigen", sondern aus einem Interview mit dem deutschen Krimi-Erfolgsautor Andreas Franz (anlässlich der Neuerscheinung von "Eisige Nähe" - das ist eine Werbeeinblendung als Dankeschön für diese wunderbaren Worte). Ein weiteres Zitat aus dem Interview: "......mein Glaube verhindert, dass ich nur noch alles in Grau- und Schwarztönen sehe."
Wer das exklusive Interview komplett lesen möchte, findet es bei einem Online-Buchversandhändler.
Mittwoch, 3. Februar 2010
Charismatiker: Füttern verboten!
Bei meinen Studien zum Thema „Führungseigenschaften aus theologischen Betrachtungen“ ist mir die Bedeutung des Charismas des Führenden deutlich geworden. „Charisma“ wird in unserem Sprachgebrauch häufig als eine Art „besondere Ausstrahlung“ gesehen. Etwas, das eine Persönlichkeit an seine Zuhörer oder Anhänger durch Sprache, Gestik und Mimik transportiert.
Betrachtet man „Charisma“ aber vom griechischen Original „χάρισμα“ dann steht es eher für etwas Empfangenes.
„Charismen“ bedeuten im Neuen Testament die Gnadengaben des Heiligen Geistes. Menschen mit diesen Eigenschaften werden in der Bibel als „Charismatiker“ bezeichnet.
Ein charismatischer Führer ist im Neuen Testament also einer, der etwas empfangen hat und dies dann nach außen transportiert. Charismen anzunehmen, also sich bewusst zu machen, dass Gott etwas mit einem vor hat und dafür „Werkzeuge“ bereitstellt, bedeutet auch immer eine gewisse Demut. Denn woher soll ich wissen, dass Gott mich wirklich meint und ich mir diese Gnadengaben nicht einrede?
Die ersten Gemeinden der frühen Kirche haben sich zu diesem Punkt viele Gedanken gemacht, denn es kam oft vor, dass sogenannte „Wanderpropheten“ erschienen und den Gläubigen gegen freie Kost und Logis den Himmel auf Erden versprachen.
Ein wesentliches Merkmal eines wahren Charismatikers ist für die Gemeinde, dass er nicht länger als zwei Tage bleibt. Länger konnten sie ihn nämlich nicht versorgen.
(vgl http://www-user.uni-bremen.de/~wie/texteapo/didache.html - Kapitel 11,5f)
Ein Gast-Post von Philipp Brutscher
Donnerstag, 28. Januar 2010
Paradies im Himmel
Die neue Welt, die neue Erde - das ist die Hoffnung und Erwartung unseres Glaubens, für die unsere uralten Lieder auch Bilder haben: Wolf und Lamm liegen nebeneinander und das Kind spielt mit der Schlange. Die Völkerwanderung zum himmlischen Jerusalem mit zwölf Perlen als Tore. Der wahre Morgenstern, der in Ewigkeit nicht untergeht. Sie sind schön, unsere Lieder. Die Bilder in Avatar sind unmittelbar eingängiger - unter anderem dank Computeranimation.
Sich an ein fremdes Kunstwerk zu hängen ist letztlich billig und ich weiss nicht einmal, ob James Cameron Christ ist. Es wäre schön, wenn es uns Christen öfter und besser gelänge, unsere Erwartung der neuen Schöpfung in solch ausdrucksstarke Bilder zu fassen, die Menschen heute verstehen können. Dass sie Sehnsucht danach haben, wissen wir schließlich nicht erst seit gestern - als Avatar zum erfolgreichsten Film aller Zeiten aufstieg.
Leibliche Auferstehung in einem blau gestreiften Drei-Meter-Körper? Warum nicht? Ich möchte auf einem Ikran über Pandora fliegen, denn so müssen sich Engel fühlen. Das Beste an all diesen Bildern ist ja: die neue Schöpfung Gottes wird alle menschlichen Fantasien übersteigen!
Übrigens (mit einem kurzen Seitenblick auf Radio Vatikan und andere Filmkritiker): Dass man den Film auch ganz anders erleben kann, hat mich mein Begleiter sofort nach der Vorstellung gelehrt. Der erste Satz, den ich nach dem Kinobesuch hörte, lautete: "Diese superstarke Roboter-Maschine, die man durch eigene Bewegungen steuern kann, die ist voll krass!"
Freitag, 25. Dezember 2009
Die Macht der Engel
Zwei Drittel der Deutschen glauben an Engel! Eine 45-minütige TV-Dokumentation greift die Renaissance der Engel auf. Zu Wort kommen unter anderem der katholische Fundamentaltheologe und Angelologe Prof. Johann Hafner und Pater Anselm Grün. Evolutionsbiologe Prof. Ulrich Kutschera hält dagegen: "Die Welt wäre ein Narrenhaus, wenn solche Kräfte wirken würden." Und Engel-Dolmetscherin Alexa Kriele erläutert ihre Art mit den Engeln zu kommunizieren.
Vorgestellt wird ein breites Spektrum an Themen rund um Engel wie Engel in der Bibel, Engel im Islam oder die Diskrepanz zwischen traditionellen Engelsmythen und dem heute vorherrschenden Glauben an Engel als ausschließlich liebevolle Wesen. Die Namen der drei Erzengel Michael, Gabriel und Rafael werden erklärt.
Die Sendung wird im ZDF ausgestrahlt am 25.12.2009 um 19:30 Uhr und online in der ZDF-Mediathek zur Verfügung gestellt.
Viele Themen der Dokumentation sind ebenfalls zu finden in unserem Engel-Special.
Frohe Weihnachten!
Mittwoch, 23. Dezember 2009
Fürbitte geht online
Ein wundervolles interaktives Fürbittbuch und eine rundum gelungene Einladung, das Gebet oder neue Gebetsformen für sich zu entdecken, hat die Svenska Kyrkan (Schwedische Kirche) ins Web gestellt. Wer möchte, kann sein Gebet den anderen Besuchern der Website und der Fürbitte einer lokalen Kirche empfehlen. Außerdem lädt die Kirche immer wieder zu Kontakt und Gespräch ein. Bereits über 20.000 Gebete sind online: "Welcome, no matter who you are"Die "Campaign for Payers" wurde zum der Star der Epica Awards 2009: Für die kreative Umsetzung erhielt die Agentur Forsman & Bodenfors den ersten Preis im Wettbewerb für interaktive Werbung. Die Epica Awards ist die größte europäische Wettbewerbsshow der Werbebranche.
Die Illustration oben stammt aus der Case Study der Kampagne.
Und Gott schuf
den Hard Rock...
(gefunden bei "Born to be Pressepfarrerin - Blog the Church" )
...als Geschenk für Dich. Alles Liebe zum Geburtstag!
Samstag, 19. Dezember 2009
Ein Wunder
Anfang November erfuhr ich von einem Freund, dass dessen Sohn Lukas
mit einer schweren Infektion in der Kinderklinik Augsburg liegt. Er
war am 3.11. dort eingeliefert worden. Er sei jedoch auf dem Weg der
Besserung. Mit seinem Vater wollte ich mich freundschaftlich auf ein
Glas Wein am 11.11. treffen.
Am 10.11. sagte er mir dieses Treffen ab. Der Zustand seines Sohnes
hatte sich dramatisch verschlechtert. Die Ärzte hatten jede Hoffnung
aufgegeben und die Familie darüber informiert, dass sie Lukas nicht
mehr helfen können und er wohl bald, möglicherweise noch am gleichen
Tag sterben würde.
Da ich in einer früheren Angelegenheit durch Gebete sehr konkrete
Hilfe bekommen hatte, habe ich begonnen zu beten und alle Menschen,
die ich kenne, die ich dazu in der Lage gesehen habe, um ihre Hilfe
beim Beten gebeten, darunter auch Pater Willibald, der mir zurück
schrieb, dass er sich kümmern würde. Ich habe sehr wohl gespürt, dass
gerade auch von den Gebeten aus Heiligenkreuz eine große Kraft ausgeht.
Lukas' Zustand blieb mehrere Tage lang kritisch, aber gegen Ende
dieser Woche, etwa am 13.11. besserte sich sein Zustand so sehr, dass
die Ärzte davon ausgingen, dass er seine Krankheit überleben würde.
In der Woche darauf erfuhren wir, dass der Zustand sich weiter
besserte. Die Ärzte teilten den Eltern mit, dass der Junge vermutlich
noch an Weihnachten in der Klinik liegen würde. Der Zustand sei jetzt
stabil. Aber er werde nie mehr zur vollen Gesundheit gelangen, da ein
Teil der Lunge so sehr in Mitleidenschaft gezogen war, dass man sie
in einem halben Jahr, wenn Lukas wieder in einem entsprechenden
Zustand sei, entfernen müsse.
In den Wochen danach besserte sich der Zustand von Lukas so schnell,
dass die Ärzte selbst gegenüber der Familie von einem "Wunder"
sprachen. Am vergangenen Freitag wurde Lukas aus dem Krankenhaus
entlassen. In dieser Woche der Entlassung wurde er noch einmal genau
untersucht, und die Ärzte stellten eine Heilung der Lunge fest, die
sich sich in dieser Form nicht erklären konnten. Die Lunge muss nun
nicht mehr operiert werden, und Lukas wird vollständig gesund werden.
Samstag, 12. Dezember 2009
BarCamp für kirchliche Onliner
seit Längerem treibt meine Kollegen und mich um, dass die kirchliche Kommunikation und die Verbreitung religiöser Themen und Inhalte im Internet an Schlagkraft vermissen lässt, weil zu wenig Vernetzung existiert und genutzt wird. (Die gut vernetzte christliche Bloggerszene ist da eher eine Ausnahme.)
Um Abhilfe zu schaffen, laden wir Euch und alle interessierten kirchlichen oder kirchlich orientierten Onliner zum einen Ende Februar zum ersten kirchlichen Online BarCamp nach Köln ein. Und zum zweiten bieten wir allen, ob sie teilnehmen können oder nicht, auf der Site des BarCamps eine Community zur Vernetzung an:
http://mdg-onlinecamp.mixxt.de/
Eine gute Gelegenheit sich auch mal in der wirklichen Welt zu treffen und auszutauschen.
Wir von der MDG freuen uns auf Euer Kommen - und was auch toll wäre, wenn Ihr hierfür ein bisschen die Werbetrommel rühren und das BarCamp und den Link verbreiteten könntet.
Sonntag, 29. November 2009
Selig ohne Gott
Ich erinnere mich gar nicht, wann ich mir das letzte Mal einen Stern gekauft habe, aber dieser Titel machte mich dann doch neugierig: Selig ohne Gott - ohne Fragezeichen am Ende und mit Gold als Schmuckfarbe auf dem Cover.Doch ganz ehrlich, die Lektüre dieser Reportage darüber, wie sich Glaube jenseits der großen Kirchen seine Bahn bricht, blieb enttäuschend. Ein paar nette Beispiele von Sekten, deutschen Buddhisten und schweizer Hexen, aber keine Substanz, wenig Reflexion, kein Mehrwert. Nun hört man ja ständig, dass sich Religiösität ausbreite, aber eine wirklichen Einblick in diesen vermeintlichen Trend bietet der Artikel nicht. Was mich auch interessiert hätte, wäre gewesen, wie sich bei Katholiken und Protestanten die neuen Suche nach spiritueller Erfüllung ausprägt, die sich von den Standardangeboten ihrer Kirchen nicht mehr angesprochen fühlen.
Bei aller Oberflächlichkeit kann der Artikel doch mit der ein oder anderen treffenden Beobachtung aufwarten, so zum Beispiel:
"Der eigene Glaube erscheint dagegen spießig und moralinsauer. Häufig ist er es auch. Sowohl Protestanten als auch Katholiken haben über Jahrzehnte ein Spiritualtiätsdefizit aufgebaut und wirken insgesamt etwa so illuminiert wie der Bundestag. Wer den Papst und die behäbige Herrenrunde der deutschen Bischofskonferenz oder die staubtrockene evangelische Synode betrachtet, denkt nicht an Gott, sondern eher an Versicherungsverträge."
Samstag, 14. November 2009
Glaubenssache
Nicht erst seit Atheistenbusse uns vom Gotteswahn befreien wollen und gleichzeitig Bücher wie "Die Hütte" oder "Ich bin dann mal weg" die Bestsellerlisten anführen, erhitzen Gott und Glaube die Gemüter: Religion bleibt schon deshalb immer aktuell, weil sie auf ein existentielles Sinndefizit des Menschen verweist.
Diese und viele weitere interessante Glaubenssachen beleuchtet das neue Funkkolleg "Religion und Gesellschaft" des Hessischen Rundfunks. Auf der Website Funkkolleg Religion und Gesellschaft kann man die 24 Radiosendungen nach der Ausstrahlung als Podcast anhören.
Die drei ersten Sendungen sind bereits online:
- "Religion zwischen Fundamentalismus und Fortschritt"
- "Ich bin dann mal fromm - Weltflucht oder Gotteserfahrung"
- An den Lebensrändern - Glaube und Trost
- "Die Kraft der Spiritualität - Glaube und Heilung", in der unterschiedliche religiöse Praktiken zur Unterstützung persönlicher Heilungsprozesse diskutiert werden, und
- "Lucifer´s Rising - Religiöse Pathologien".
Die Sendungen dauern je knapp 25 Minuten, zusätzlich gibt es Literaturtipps und weiterführende Links sowie ergänzende Video-Dokumentationen, auf Facebook kann man sogar mitdiskutieren
Sonntag, 1. November 2009
Besuch im Mainzer Dom
1000 Jahre Mainzer Dom! Anlässlich des Jubiläums wurde im Auftrag des ortsansässigen ZDF ein toll gemachter virtueller Rundgang durch den Hohen Dom zu Mainz produziert.In mehr als dreißig 360-Grad - Panoramen kann der Dom besichtigt werden. Der Rundgang führt an alle Sehenswürdigkeit und an Orte, die der Öffentlichkeit normalerweise nicht zugänglich sind.
Typisch für die Mainzer, die so leidenschaftlich gerne und schön feiern, ist: Schon 1975 fand eine Tausendjahrfeier statt - in der Annahme, dass Erzbischof Willigis gleich nach Dienstantritt 975 mit dem Bau des Domes begonnen habe. Grund für das zweite 1000 Jahre - Jubiläum: 1009 fiel der neue Dom kurz vor oder kurz nach der Weihe einer verheerenden Brandkatastrophe zum Opfer - ein historisch gesichertes Datum. Außerdem gab es 1975 noch keine virtuellen Rundgänge im Internet.
Dienstag, 27. Oktober 2009
Halloween - Allerheiligen
Die evangelischen Schwestern und Brüder, die an Halloween Reformationstag feiern und schon mal über die Verehrung der Heiligen diskutieren, laden wir selbstverständlich gerne zur Party ein. (Aber nur verkleidet!) Ein Feiertag der Heiligen, die uns zu Gott voraus gegangen sind, ist ein Tag der Gemeinschaft und der Solidarität aller Christen - der Lebenden und der Toten. Wir Christen gehören zusammen als Gemeinschaft der Heiligen, wie es im Glaubensbekenntnis heisst. Wir halten Fürbitte füreinander, wir sind die eine Kirche - in diesem und im ewigen Leben.
Einen großen Raum nimmt an diesem Tag traditionell das Totengedenken ein. Allerheiligen als Antwort Gottes auf Leiden und Tod - ein Gastbeitrag von Evi Lotz-Thielen.
Montag, 26. Oktober 2009
Die Päpstin und die Heilige
Letzteres tut Päpstin Johanna-Expertin Elisabeth Gössmann im Interview mit Barbara Just.
Freitag, 23. Oktober 2009
Rosenkranz beten - Anleitung
Entdeckung im Rosenkranzmonat
Aber - Hand aufs Herz: Als Engel würde die Zeichnung auf der Bohne womöglich auch durchgehen.