Mittwoch, 5. November 2008

e-commerce en garde suisse pontificale

Elegante Herrenuhren und Schweizer Sackmesser sowie diverses anderes Souvenir-Zeugs können Schweizer-Fans jetzt auch im Internet bestellen. Dass der Shop den altertümlichen Charme des Internets der Neunziger versprüht, passt perfekt zu Hellebarde und Landsknechtshelm mit Federpuschel, die als zeitlos angemessene Waffen zur Verteidigung des Papstes seit 1506 im Einsatz sind. Weil man auch beim Thema Suchmaschinenoptimierung anscheinend noch nicht im neuen Jahrtausend angekommen ist, ein Link aus Sympathie mit der Schweiz, Rom, bunten Farben, dem Papsttum und dem E-Commerce: http://schweizergarde.eu/

Lesetipp: Interview von Radio Vatikan mit Daniel Anrig, ab 1. Dezember 2008 neue Kommandant der Schweizer Garde:

4 Kommentare:

Noah K. hat gesagt…

Was es nicht alles gibt... ;-)

Wie ist das eigentlich: Wendet die Garde im Ernstfall auch Gewalt an, oder ist sie rein historische Zierde?

Noah K. hat gesagt…

Bei Wikipedia dazu gefunden:

"Neben der sichtbaren traditionellen Bewaffnung (Hellebarde und Schwert) steht der Schweizergarde aber auch modernstes Gerät zur Verfügung, um die Wachaufgaben im Vatikan wahrzunehmen, unter anderem die Pistole 75 und das Sturmgewehr 90 des Schweizer Herstellers SIG. Da die Gardisten vor ihrem Eintritt in die Garde die Rekrutenschule in der Schweiz absolviert haben müssen, sind sie mit diesen Waffen, die auch in der Schweizer Armee zum Einsatz kommen, bereits vertraut. Zudem kann gegebenenfalls Pfefferspray eingesetzt werden.

Seit dem Papstattentat im Jahr 1981 wurde der Personenschutz für den Papst erheblich verschärft. Genaueres zum Waffenbestand wird nicht bekannt gegeben."

http://de.wikipedia.org/wiki/Schweizergarde

Möge es nie dazu kommen, dass diese Waffen zum Einsatz kommen.

Martina hat gesagt…

@Noah: Vielen Dank für die Hintergrundinfo! Kürzlich habe ich gelesen, dass die Schweizergarde in Sachen Papstschutz mit der vatikanischen Gendarmerie konkurriert, die sogar eine "Schnelle Eingreiftruppe" und eine "Anti-Sabotage-Abteilung" zum Schutz vor Terroristen aufgebaut hat. Ob bei dem Komptetenzgerangel manchmal das Pfefferspray Verwendung findet?

Im Shop kaufen kann man es jedenfalls nicht.

http://www.nzz.ch/nachrichten/wissenschaft/kommandant_schweizergarde_1.810572.html

Noah K. hat gesagt…

Bei der Vorstellung musste ich schmunzeln...

Aus Neugier gefragt:

Die Vereinbarkeit christlicher Haltung mit Gewalt, Krieg, Nothilfe und Notwehr wurde und wird ja immer wieder kontrovers thematisiert (siehe z.B. http://www.zeit.de/1999/20/199920.t_berg7_.xml?page=1).

Lässt sich aber nicht fragen, ob der Vicarius Iesu Christi insoweit nicht eine Sonderstellung einnimmt - und weiter, wie er Gewalt und ggf. Tötungen in Kauf nehmenden Vatikan- und Papstschutz theologisch mit Aussagen des Evangeliums vereinbart, wie z.B.:

"Setzt dem Bösen keine Gewalt entgegen! Wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halte ihm auch die linke hin!" (Mt 5, 39)

"Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen." (Mt 5, 9)

„Stecke dein Schwert an seinen Ort. Denn alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen." (Mt 26, 52)?

Ist Ihnen dazu etwas bekannt?