Sonntag, 1. Februar 2009

Exkommunikation aufgehoben

(Zur Aufhebung der Exkommunikation von vier Bischöfen der Priesterbruderschaft St. Pius X.)

Nein, ich bin nicht exkommuniziert, war es nie und möchte es nicht sein. Ich fühle mich wirklich zu Hause in der Kirche, speziell in der katholischen, sie ist meine spirituelle Heimat. Bunt, vielfältig und lebendig - das mag ich besonders an ihr. Da gibt es Intelligente, Warmherzige, Mutige, Ängstliche, Zweifler, Wissenschaftler, Konservative, Postmaterielle, Arrogante, Ökumeniker, Traditionalisten, Psychopathen, Shoahleugner, Zyniker und Schlamper. Dabei ist es ganz natürlich, dass ich mich zu den Einen mehr hingezogen fühle, zu Anderen weniger.

Besonders nahe sind mir die Unterzeichner der beiden folgenden Erklärungen. Sie nehmen Stellung zu einem Ereignis der letzten Woche, das eigentlich zwei Ereignisse ist, nämlich:

1. Zum 50. Jahrestag der Ankündigung des Konzils wird die Kirchengemeinschaft mit erklärten Konzilsgegnern wieder hergestellt.

2. Ein bekennender Antisemit wird damit faktisch aufgewertet.

Die Erklärungen im Wortlaut:


Erklärung von Professoren der Theologischen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Weihbischof Jaschke spricht in diesem Zusammenhang von Lapsus, Betriebsunfall und kirchlicher Schlamperei, der letzten Formulierung schließt sich Stefan von Kempis von Radio Vaticana (Elsa berichtet) an.

Das beruhigt mich NICHT!

Denn: Muss man jetzt befürchten, dass zum Beispiel die neueste Personal-Entscheidung, einen Zyniker zum Weihbischof der Diözese Linz [Kommentar von Prof. Paul M. Zulehner zu dieser Personalie und der Situation in Österreich] zu weihen, auch auf kirchlicher Schlamperei beruht? Oder: Wieviele Entscheidungen sind eigentlich insgesamt von dieser Schlamperei betroffen? Oder: Auf welcher Grundlage werden im Vatikan überhaupt Entscheidungen getroffen?

Vor vielen Jahren hörte ich vom "Sensus Fidelium". "Die Gesamtheit der Gläubigen, welche die Salbung von dem Heiligen haben (vgl. 1 Joh 2,20 u. 27), kann im Glauben nicht irren." Das wären 2,2 Mrd Christen oder meinetwegen auch nur 1,1 Mrd Katholiken. Aber dieser Satz steht halt nun mal in Lumen Gentium (Kapitel 12) - einem Dokument des Zweiten Vatikanischen Konzils.

[Schlamperei bezweifelt: Maximilian Liebmann]
[Hintergrund: Journalist im Pius-Staat. Matthias Drobinski berichtet über seinen Besuch Herz-Jesu-Priesterseminar der Piusbruderschaft in Zaitzkofen]
[Lesen: Die Erschütterung ist groß. DBK-Sprecher Matthias Kopp zur Reaktion der Katholiken in Deutschland]
[Lesen: Benedikts Albtraum. Gastbeitrag von Erzbischof Zollitsch auf www.faz.net]

1 Kommentare:

Elsa hat gesagt…

Man muss allerdings das Schlimmste befürchten-- Es sei denn, man hätte Gottvertrauen.. aber da bin auch ich außen vor ...